Beiträge - Landesnetzwerk ../../../index.html Wed, 24 Apr 2024 11:30:33 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.4.1 Verpflichtende Regeln sind dringend notwendig ../../../verpflichtende-regeln-sind-dringend-notwendig/ ../../../verpflichtende-regeln-sind-dringend-notwendig/#respond Wed, 24 Apr 2024 07:23:07 +0000 ../../../index.html
In Berlin soll noch in dieser Legislaturperiode ein verpflichtendes Altenhilfestrukturgesetz verabschiedet werden. Jens Uwe Meißner, Vorstandsmitglied des Sozialwerkes Berlin und Stellvertreter im Landesseniorenbeirat (LSBB), informiert über den aktuellen Stand der Arbeit am Gesetz.]]>

In Berlin soll noch in dieser Legislaturperiode ein verpflichtendes Altenhilfestrukturgesetz verabschiedet werden. Jens Uwe Meißner, Vorstandsmitglied des Sozialwerkes Berlin und Stellvertreter im Landesseniorenbeirat (LSBB), informiert über den aktuellen Stand der Arbeit am Gesetz.

von Eveline Harder, ehrenamtliche Redakteurin des Landesnetzwerks Bürgerengagement Berlin e.V.

Übereinanderliegende Hände einer älteren Frau die ihren Gehstock festhält.

Foto: Pixabay | Mircea Iancu

2017 nahm der Landesseniorenbeirat (LSBB) Kontakt zu Jens Uwe Meißner als damaligen Sozialamtsleiter des Bezirks Treptow-Köpenick auf, um Projekte im Rahmen der Altenhilfe nach § 71 SGB XII abzuleiten. Das Problem ist, dass die „Altenhilfe“ (Bundesgesetz) – im Gegensatz zur Kinder- und Jugendhilfe – lediglich als Sollvorschrift im § 71 SGB XII geregelt ist. Dort heißt es: „Die Altenhilfe soll dazu beitragen, Schwierigkeiten, die durch das Alter entstehen, zu verhüten, zu überwinden oder zu mildern und alten Menschen die Möglichkeit zu erhalten, selbstbestimmt am Leben in der Gemeinschaft teilzunehmen und ihre Fähigkeit zur Selbsthilfe zu stärken.“

Die Notwendigkeit eines verpflichtenden Altenhilfestrukturgesetzes

In Berlin wird die Sollvorschrift im Zuge von Sparmaßnahmen immer als freiwillige Leistung ausgelegt. So wurden in den vergangenen Jahren in den Sozialämtern der Bezirke die Finanzen für Seniorenfreizeitstätten, für das ehrenamtliche Engagement von Sozialkommissionen und Zuwendungen für Seniorenorganisationen drastisch gekürzt, trotz einer steigenden Zahl von älteren Menschen 60 plus.

Jens Uwe Meißner hat deshalb dem Landesseniorenbeirat Berlin empfohlen, sich dafür einzusetzen, dass das Land Berlin ein verpflichtendes Altenhilfestrukturgesetz auf der Grundlage des § 71 SGB XII verabschiedet. Erfreulicherweise haben sowohl der LSBB als auch die derzeitige Koalition beschlossen, ein solches Gesetz noch in dieser Legislaturperiode zu schaffen.

Der Weg zum Gesetz „Gutes Leben im Alter“

Gerade durch die Beratungsangebote, aber auch die Verantwortung der Altenhilfe, in Notlagen Hilfe zu leisten, soll ein Beitrag zur Gewährung von Menschenrechten und zur Vermeidung von Demütigung älterer Menschen durch unwürdige Lebensbedingungen geleistet werden. Das Gesetz „Gutes Leben im Alter“ soll auf bezirklicher Ebene verlässliche Strukturen in allen Sozialräumen absichern bzw. aufbauen helfen, die wohlfahrtspluralistisch ausgerichtet sind, d.h., im Zusammenwirken der Zivilgesellschaft, der Selbsthilfe, der Wohlfahrts- und Sozialverbände sowie der Professionellen gestaltet werden.

Der LSBB hat die Idee aufgegriffen und eine Experten-Runde geschaffen und im April 2023 einen Entwurf vorgelegt, wie ein Altenhilfestrukturgesetz aussehen könnte. Der über zwei Jahre stattgefundene Diskussions- und Erarbeitungsprozess wurde von Professor Dr. Thomas Klie geleitet, der den Gesetzentwurf dem LSBB, dem Abgeordnetenhaus und der Senatsverwaltung überreichte. Professor Klie ist bundesweit hoch anerkannt. Er hat an einem Engagementbericht der Bundesregierung leitend mitgearbeitet.

Herausforderungen und Lösungsansätze

Da wieder Sparmaßnahmen im Land Berlin im Doppelhaushalt 2026/27 anstehen, ist es aus der Sicht des LSBB wichtig, dass das Gesetz schon möglichst 2025 verabschiedet wird und die entsprechenden Mehrausgaben für die Sozialämter im Haushalt 2026/27 veranschlagt werden. Aufgrund des demografischen Wandels ist die Zahl der Menschen über 60 Jahren in Berlin von jetzt 960.000 dann auf über eine Million gestiegen, sodass Anpassungen in diesem Bereich dringend notwendig sind. Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge in Düsseldorf und die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen in Bonn unterstützen dieses Vorhaben.

In den Berliner Sozialämtern und in den Bezirken sind die Ausgaben für die Altenhilfe sehr unterschiedlich. Und es erscheint sinnvoll, die Ausgaben aufgrund eines verpflichtenden Altenhilfestrukturgesetzes im Rahmen einer Verwaltungsvorschrift mit festgelegten Standards für Seniorenfreizeitstätten, der Sozialämter etc. zu regeln. Grundlage sollte jeweils der Anteil der Menschen 60 plus in einem Stadtteil/Sozialraum sein.

Die Senatsverwaltung für Wissenschaft, Gesundheit und Pflege hat für dieses Jahr Gesprächsrunden mit den Senioren-Organisationen geplant. Da sie mehrere Fachgutachten in Auftrag gegeben hat, will sie noch 2024 einen ersten Gesetzentwurf vorlegen. In März hat die Senatsverwaltung Expertenrunden einberufen, die den Ideenprozess begleiten sollen, der als Grundlage dienen soll für den von Professor Klie vorgelegten Gesetzentwurf.

Der LSBB bittet andere Organisationen um Unterstützung zur Entwicklung des Gesetzes und um entsprechende Veranstaltungsangebote. Zum Thema Einzelgespräche findet im Sozialwerk Berlin e.V., Humboldtstraße 12, 14193 Berlin, am 23. Mai 2024 eine Veranstaltung statt.

Die Berliner Sozialämter wollen keine Einzelansprüche akzeptieren. Professor Klie setzt sich am Beispiel Hamburg dafür ein, dass in einem Altenhilfestrukturgesetz auch der Rechtsanspruch auf Einzelfallleistungen bei besonderen Notlagen festgelegt werden. Die Berliner Sozialämter haben in den vergangenen Jahren so gut wie keine Einzelleistungen auf der Grundlage des § 71 SGB XII gewährt.

Mitmachen

]]>
../../../verpflichtende-regeln-sind-dringend-notwendig/feed/ 0
Nachgefragt: Was haben Proteste mit Engagement zu tun? ../../../nachgefragt-was-haben-proteste-mit-engagement-zu-tun/ ../../../nachgefragt-was-haben-proteste-mit-engagement-zu-tun/#respond Mon, 25 Mar 2024 12:42:17 +0000 ../../../index.html
Seit Pegida und den Fridays for Future haben Proteste an Bedeutung gewonnen. Manchmal, wie bei der Letzten Generation, werden sie auch als unverschämt oder sogar kriminell wahrgenommen. Doch was ist das Besondere an Protesten? Warum sind sie wichtig? Und wie hängen sie mit bürgerschaftlichem Engagement zusammen?]]>

Seit Pegida und den Fridays for Future haben Proteste an Bedeutung gewonnen. Manchmal, wie bei der Letzten Generation, werden sie auch als unverschämt oder sogar kriminell wahrgenommen. Doch was ist das Besondere an Protesten? Warum sind sie wichtig? Und wie hängen sie mit bürgerschaftlichem Engagement zusammen?

von Marc David Ludwig, ehrenamtlicher Redakteur des Landesnetzwerks Bürgerengagement Berlin e.V.

Foto: Pixabay | Kevin Snyman

Coronaproteste, Klimaproteste, Bauernproteste – gefühlt wird so viel protestiert wie noch nie zuvor. Aber warum ist das so? Was sagt die Protestforschung dazu? Und wo sieht sie Überschneidungen mit der Zivilgesellschaft?

Im Institut für Protest- und Bewegungsforschung (ipb) beschäftigen sich über 200 Forschende mit diesen Entwicklungen. Getragen wird das Institut von einem Verein, der 2012 gegründet wurde und die Arbeit in Arbeitskreisen, Tagungen und Projekten organisiert. In Interviews und Auftritten in der Medienberichterstattung verbreiten die Mitglieder ihr Wissen zu Protest und seinen Dynamiken.

Bisher wenig Forschung zu Protest und Engagement

Hierzu Dr. Simon Teune (Gründungsmitglied des ipb): „Protest hebt sich von anderen Formen des Engagements ab, weil es darum geht, die politischen Rahmenbedingungen von sozialen Missständen anzugehen und dabei die Verantwortlichen zu konfrontieren. Proteste sind Engagementformen, die Konflikte sichtbar machen und forcieren.“

Da die Grundlogiken von Engagement und Protest sowie die Selbstverständnisse verschieden sind, gibt es bisher wenig integrierte Forschung zu Protest und Engagement. „Es wäre spannend, sich das Verbindende anzuschauen. Was sind gemeinsame Herausforderungen, z.B. in den Rahmenbedingungen oder in der nachlassenden Bereitschaft, sich längerfristig an eine Organisation zu binden? Oder auch: Wie ergänzen sich politisches und soziales Engagement in einzelnen Feldern? Wo geraten sie in Konflikt?“, sagt Dr. Simon Teune.

Demonstration für mehr Klimaschutz, Foto: Pixabay | cubicroot

Bislang gibt es erst wenige Befragungen zivilgesellschaftlicher Organisationen, in denen Protest als Thema vorkommt. Das ipb hat 2021 eine Studie durchgeführt, in der erfragt wurde, wie es Organisationen nach Corona geht. Es werden Working Paper veröffentlicht und in einer jährlichen Tagung kommen Wissenschaftler:innen zusammen und tauschen sich aus.

Proteste entwicklen sich wellenförmig

Das Besondere an Protesten: Sie entwickeln sich wellenförmig. Das spiegelt sich in der Forschung wider. Es gibt den Wunsch, immer zu den aktuellen Protesten zu forschen. Dabei zeigt sich, dass Proteste sehr unterschiedlich wahrgenommen werden.

Proteste der Klimabewegung – insbesondere der zivile Ungehorsam vom Schulstreik der Fridays for Future bis zu den Straßenblockaden der Letzten Generation – wurden von Teilen der Politik und in den Medien verurteilt, als unverschämt und kriminell eingeschätzt. Gleichzeitig gab es von den gleichen Akteuren großes Wohlwollen für die Blockaden der Bauern und Ihnen wurde ein berechtigtes Interesse zugestanden.

Proteste von Bauern im Frühjahr 2023, Foto: Pixabay | Frank Magdelyns

Wenn es als „störend“ wahrgenommen wird, Abläufe zu unterbrechen, um gesellschaftliche Bedingungen infrage zu stellen, besteht die Gefahr, dass das Grundrecht der Demonstrationsfreiheit eingeschränkt wird. Clemens Arzt, emeritierter Professor für öffentliches Recht und im ipb engagiert, beschreibt, dass die Versammlungsbehörden nach den Corona-bedingten Einschränkungen schneller Versammlungen verbieten oder durch Auflagen einschränken.

Shrinking Spaces (eingeschränkte Handlungsspielräume) zu Klimaprotesten sind festzustellen, was Dachorganisationen herausfordert, sich mit juristischen Einschränkungen zu beschäftigen. Und dass, obwohl die Gemeinsamkeit zivilgesellschaftlichen Engagements doch darin besteht, das Leben besser zu gestalten.

Mitmachen

]]>
../../../nachgefragt-was-haben-proteste-mit-engagement-zu-tun/feed/ 0
Learning by doing – der Name ist Programm ../../../learning-by-doing-der-name-ist-programm/ ../../../learning-by-doing-der-name-ist-programm/#respond Tue, 02 Jan 2024 11:31:04 +0000 ../../../index.html
Das Begleitprogramm „Learning by doing“ der Berliner Stadtmission schafft Begegnungsräume für Menschen mit Migrations- und Zufluchtsgeschichte und Menschen aus der Nachbarschaft. Ein Ort, wo nach Hilfe gefragt werden darf, und Lösungen gefunden werden. Ein Gespräch mit Nina Lenz Rivas, der Initiatorin und Leiterin des Programms.]]>

Das Begleitprogramm „Learning by doing“ der Berliner Stadtmission schafft Begegnungsräume für Menschen mit Migrations- und Zufluchtsgeschichte und Menschen aus der Nachbarschaft. Ein Ort, wo nach Hilfe gefragt werden darf, und Lösungen gefunden werden. Sie unterstützen bei der deutschen Bürokratie, bieten Sprachcoachings an und schaffen einen Ort für Austausch und Gemeinschaft.

Ein Gespräch mit Nina Lenz Rivas, der Initiatorin und Leiterin des Begleitprogramms

Nina Lenz Rivas, der Initiatorin und Leiterin des Begleitprogramms, Foto: Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin

„Mir hat immer etwas gefehlt, an den Angeboten, die ich bis dahin kennengelernt habe. Ich hatte den Wunsch nach einem ganzheitlichen Ansatz, der alle einschließt und auf Augenhöhe stattfindet“, sagt Nina Lenz Rivas während sie mich durch die hellen Räumlichkeiten des Begleitprogramms „Learning by doing“ der Berliner Stadtmission in Spandau führt. „Ich wollte einen Rahmen schaffen, wo sich Menschen wie in einer großen Familie aufgehoben und unterstützt fühlen.“

Nina Lenz Rivas ist Initiatorin und Leiterin des Begleitprogramms, das Begegnungsräume für Menschen mit Migrations- und Zufluchtsgeschichte und Menschen aus der Nachbarschaft schafft. Ein Ort, wo nach Hilfe gefragt werden darf, und Lösungen gefunden werden. Sie unterstützen bei der deutschen Bürokratie, bieten Sprachcoachings an und schaffen einen Ort für Austausch und Gemeinschaft – sei es beim gemeinsamen Kochen, Musizieren oder Basteln. Angeschlossen ist zudem ein psychosoziales Präventionsprojekt. Finanziert wird das Begleitprogramm durch Mittel des Bezirksamts Spandau.

„Mit allen Personen, die zu uns kommen, führen wir ein Kennenlerngespräch. Wir wollen ein Gefühl für sie bekommen, damit wir ihnen ganzheitlich helfen können. Wir wollen die Menschen in Deutschland willkommen heißen, unterstützen, stabilisieren und sie fit machen für das Leben hier.“

Foto: Berliner Stadtmission

Das Begleitprogramm zeichnet sich durch mehrere Merkmale aus: „Das eine ist das teamspezifische Matching, das heißt, wir bauen keine Abhängigkeitsbeziehungen auf, wie sie zum Beispiel bei Patenschaftsprojekten entstehen, sondern wir teilen die Aufgaben je nach Kompetenzen im Team auf. Die einen geben Nachhilfe, die anderen kümmern sich um Anträge und wieder andere gestalten den Kochabend. Zudem arbeiten wir ohne Sprechzeiten. Unsere Türen sind immer und für alle geöffnet. Wir wollen Barrieren abbauen, für alle da sein und gleichzeitig die Eigenverantwortlichkeit jedes Einzelnen fördern, denn nur so können Menschen, die nach Deutschland kommen, irgendwann auf eigenen Beinen stehen. Und wir sprechen untereinander Deutsch – auch das ist für uns ein zentraler Schlüssel für eine erfolgreiche Integration.“

Die freundlichen Räumlichkeiten im Bezirk Spandau, die an ein Ladencafé erinnern, haben sie erst vor knapp einem Jahr bezogen und frisch renoviert. Die Gestaltung ist bewusst sehr offen, um auch hier Zugangsbarrieren abzubauen. Neben Tischen, Stühlen, einer Sofaecke mit Kamin findet sich hier auch ein Foodsaver-Regal und eine Kleidertauschecke.

Im hinteren Teil findet sich ein weiterer großer Raum, mit Spielsachen und einem Wandregal mit Bildungsmaterialien, wo Nachhilfe angeboten wird. Daneben findet sich ein weiterer Raum, in dem die psychosoziale Beratung stattfindet.

Gruppenbild vor den Rämlichkeiten des Begleitprogramms in Spandau

Foto: Berliner Stadtmission

„Aktuell kommen Menschen aus rund 55 Nationen zu uns, die von rund 145 Ehrenamtlichen begleitet werden. Das ehrenamtliche Engagement halten wir bewusst flexibel: Du kannst dich regelmäßig bei uns engagieren, aber auch nur für einen kurzen Zeitraum. Es kommen zum Beispiel Studierende zu uns, die sagen, sie haben jetzt drei Monate Zeit und würden gerne etwas machen. Manche gehen anschließend in eine andere Stadt oder ins Ausland, wollen aber weiterhin digital unterstützen. Wir schauen dann, wie wir das organisieren können. In der heutigen schnelllebigen Zeit, in der sich Lebensumstände sehr schnell ändern, ist das gerade in unserem Bereich, wo wir auf ehrenamtliche Unterstützung angewiesen sind, sehr wichtig.“

Seit 2017 wird das Begegnungsprojekt vom Bezirksamt Spandau finanziell gefördert. Auch für das kommende Jahr ist die Weiterförderung gesichert. Doch die aktuell angekündigten massiven Kürzungen im sozialen Bereich, die auch Projekte in Spandau betreffen, machen Nina Lenz Rivas große Sorgen.

„Es wird im Moment an Stellen gespart, wo nicht gespart werden dürfte, weil wir uns damit ein Eigentor schießen. Es werden weiterhin Menschen zu uns kommen. Menschen, die ihr Heimatland verlassen, leiden große Not – sei es aufgrund von Kriegen, Hunger oder Lebensbedingungen, die unmenschlich sind. Diese Not ist größer als die Grenzen, die erbaut werden. Die Politik denkt kurzfristig und erschafft dadurch Lücken, die nicht so schnell geschlossen werden können. Gute Projekte brauchen Zeit und können nicht von heute auf morgen aus dem Boden gestampft werden.“

Doch Nina Lenz Rivas ist keine Person, die aufgibt, sondern immer auf der Suche nach Lösungen ist und dabei ein enormes Durchhaltevermögen aufweist. Dies zeigte sich bereits 2017, als es um die finanzielle Förderung des Begleitprogramms ging und sie sich unermüdlich für ihre Idee stark machte. Mit Erfolg bis heute.

„Das ist eine Herzensarbeit für mich. Das gesamte Begleitprogramm und alle Menschen, die ein Teil davon sind, sind für mich wie eine große Familie. Daraus schöpfe ich jeden Tag meine Kraft und ich bin dankbar für diese Aufgabe.“

 


 

Foto: Berliner Stadtmission

Und ein Aufruf zum Abschluss:

Seit Jahren möchte Nina Lenz Rivas eine Trommelgruppe auf die Beine stellen. Bisher ist es noch nicht gelungen.

Falls Du dich angesprochen fühlst, freut sich das Begleitprogramm über Deinen Anruf: www.berliner-stadtmission.de/begleitprogramm

 

Mitmachen

 

 

]]>
../../../learning-by-doing-der-name-ist-programm/feed/ 0
Gemeinsam den Sonntag verbringen: Offenes Kiez-Café am Mehringplatz ../../../gemeinsam-den-sonntag-verbringen-offenes-kiez-cafe-am-mehringplatz/ ../../../gemeinsam-den-sonntag-verbringen-offenes-kiez-cafe-am-mehringplatz/#respond Mon, 06 Nov 2023 07:57:09 +0000 ../../../index.html
Jeden Sonntag lädt das Kiez-Café Anwohnerinnen und Anwohner und Menschen, die gerade in der Gegend sind, herzlich in seine Räumlichkeiten ein. Ein kostenfreies Mittagessen, warme Getränke und der soziale Austausch laden zum Verweilen ein.
Ein Besuch. ]]>

Es ist der erste richtige kalte Tag in diesem Herbst. Ein eisiger Wind weht über den Mehringplatz in Berlin-Kreuzberg, an dem die Friedrichstraße ihren Anfang nimmt. Das Kiez-Café findet sich direkt in der Hausnummer 1. Hier befindet sich das neue Stadtteilzentrum F1 mit seinem offenen Treff und Kiezgarten. Versteckt hinter dem Haus eröffnet sich einem eine kleine Oase: Ein gepflegter Garten, mit großer Wiese, Blumen und wildem Wein. Tische und Stühle laden an wärmeren Tagen zum Verweilen auf der Terrasse ein.

Ein Ort der Wärme und Herzlichkeit

Das Kiez-Café des F1 hat sich im April 2023 aus der Not heraus gegründet: Die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere für Energie und Lebensmittel, hat viele Menschen vor große Herausforderungen gestellt. Nicht wenige sind an den Rand ihrer finanziellen Möglichkeiten geraten und blickten voller Sorge in die Zukunft.

Damit Energiearmut nicht zu sozialer Ausgrenzung führt, gibt es in Berlin das Netzwerk der Wärme. Das Kiez-Café gehört dazu. Jeden Sonntag lädt es von 11 bis 17 Uhr Anwohnerinnen und Anwohner und Menschen, die gerade in der Gegend sind, herzlich in seine Räumlichkeiten ein. Es gibt ein kostenfreies Mittagessen, Tee, Kaffee und Kuchen. Vor Ort sind freiwillige Helferinnen und Helfer, die sich um die Gäste kümmern, immer ein offenes Ohr haben und auch für eine Partie Backgammon oder andere Gemeinschaftsspiele bereitstehen.

Beim kostenfreien Essen neue Kontakte knüpfen

Mittlerweile sind drei Tische im Café besetzt und das Mittagessen, das am Tresen in Buffetform bereitsteht, findet großen Anklang. An diesem Sonntagmittag gibt es Börek mit Schafskäse und Nudelsalat von einem türkischen Restaurant aus der Nachbarschaft. Am ersten Tisch direkt am Fenster sitzt eine Gruppe von drei Personen: zwei ältere Damen und ein Herr. Sie sind regelmäßig hier und genießen die Zeit in der Gemeinschaft und den Austausch untereinander sichtlich. Trotz Schwerhörigkeit findet ein reger Austausch über das Essen, das Wetter und ihr Alter statt. Es wird viel gelacht.

Die meisten Gäste des Kiez-Cafés kommen regelmäßig. Es sind häufig ältere Menschen, die allein wohnen und nur eine geringe Rente beziehen. Doch auch Familien und Menschen, die ganz neu in Berlin sind, kommen ins Café und freuen sich über den sozialen Anschluss, den sie hier finden.

Die freiwilligen Helferinnen und Helfer im Kiez-Café, Fotos: Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin

Singen, meditieren oder in Ruhe ein Buch lesen

Im hinteren Teil des Cafés versteckt sich ein kleiner Übungs- und Tanzraum. Hier werden an den Sonntagen verschiedene Aktivitäten angeboten: Heute steht eine gemeinsame Meditation auf dem Plan. An anderen Tagen wird gemeinsam musiziert oder gesungen. Angekündigt wird das Programm auf einer kleinen Tafel direkt am Eingang. Auch ein Bücherregal findet sich im Café. Hier kann man nach Lust und Laune stöbern, schmökern und sich Bücher ausleihen.

Das Meditationsangebot hat es an diesem Sonntag jedoch nicht leicht, denn es steht in direkter Konkurrenz zu einer süßen Versuchung: einem Mandarinen-Schmand-Kuchen, der von einem freiwilligen Helfer gebacken wurde. Eine Tasse Kaffee rundet das Angebot ab.

Die Tür geht auf und ein Schwung eisiger Luft weht herein. Die kalte Jahreszeit schickt seine Vorboten. Es ist gemütlich hier im Kiez-Café, man möchte bleiben – und wiederkommen.

 


 

Das Kiez-Café, ein Projekt der Stiftung Unionhilfswerk Berlin, wird ermöglicht aus Mitteln des Netzwerks der Wärme und wird gefördert durch das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg von Berlin.

Weitere Informationen zum Kiez-Café und weiteren Angeboten des F1 – Dein Stadtteilzentrum im Kiez findet ihr ➟ hier.

 

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN
zuletzt überarbeitet 06.11.2023

 

]]>
../../../gemeinsam-den-sonntag-verbringen-offenes-kiez-cafe-am-mehringplatz/feed/ 0
Lustvoll leben mit 80+ ../../../lustvoll-leben-mit-80/ ../../../lustvoll-leben-mit-80/#respond Mon, 23 Oct 2023 07:51:23 +0000 ../../../index.html
Viele neue Aspekte, wie man als Hochaltrige:r das Leben noch genießen kann, standen im Mittelpunkt der 18. Fachtagung Palliative Geriatrie am 6. Oktober 2023 in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin.
Von Eveline Harder]]>

Bericht über die 18. Fachtagung Palliative Geriatrie am 6. Oktober 2023

von Eveline Harder

Dieses Jahr lautete das motivierende Motto der Tagung „Lustvoll leben mit 80+“. Das inspirierende Thema bot den Zuhörer:innen, analog in der Konrad-Adenauer-Stiftung in Berlin wie auch digital, viele neue Aspekte, wie man als Hochaltrige:r das Leben noch genießen kann.

Foto: Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie

Zuerst sprach per Videoschaltung aus Wien, die Ehrenvorsitzende Fachgesellschaft Palliative Geriatrie, Professorin Dr. Marina Kojer, in ihrem Grußwort darüber, wie man das Leben als alter Mensch freudvoll gestalten kann. Sie berichtete aus ihrer eigenen Erfahrung, wie sie mit den Einschränkungen des Alters umgeht und wünschte sich mehr Respekt gegenüber den älteren Mitbürger:innen, damit ein gutes Leben bis zuletzt möglich ist und die Würde gewahrt bleibt.

Über vier Themen soll berichtet werden. Professor Dr. Otfried Höffe aus Tübingen sprach über „Die hohe Kunst des Alterns – eine kleine Philosophie des guten Lebens“. Er begann mit einem Ausspruch Hermann Hesses: „Mit der Reife wird man immer jünger“. Um seine Vitalität nicht zu verlieren, empfiehlt er die vier L: Laufen – Lernen – Lieben – Lachen. Wer sich altersgerechten Interessen zuwendet, dem gelingt es, ein gutes Leben zu führen. Wir sind nicht so alt im Kopf, wie der Körper aussieht – ein Resümee des über 80-jährigen Vortragenden.

Einen weiteren Vortrag hielt die Sexualtherapeutin und ‑assistentin Stephanie Klee aus Köln mit dem Titel „Nur einmal streicheln bitte“. Die Bedürfnisse alter und behinderter Menschen sind nicht beschränkt auf „sauber, satt und trocken“. Viele Bedürfnisse gehören zum Überleben, nämlich der Hautkontakt, die Berührung und die Streicheleinheiten. Stephanie Klee berichtete aus ihrem Arbeitsalltag in Pflegeheimen. Jeder Mensch habe ein Recht auf Sexualität im Alter. Doch da die Betten in den Heimen 80 cm breit sind, stellt sich eine sexuelle Betätigung mehr oder weniger als schwierig dar. Daher werden von den Pflegeheimen zum Teil Gästezimmer zur Verfügung gestellt. Die Kosten der Sexualassistentin werden von den Kassen übernommen.

Ganz spannend war der Vortrag über „Futility“ von Dr. Sebastian Schiel aus Fulda. Futility bedeutet Übertherapie und Überdiagnostik in der Medizin. Dazu ist festzuhalten, dass Patienten und nicht die Laborwerte behandelt werden. Deutschland ist weltweit an erster Stelle für Blutabnahmen. Dr. Schiel zeigte dann die Ursachen der Übertherapie auf und stellte fest: Der Patient ist kein Kunde, das Krankenhaus kein Wirtschaftsunternehmen. Nur in Absprache mit dem Patienten werden Therapien festgelegt. Er beendet das Referat mit dem Ausspruch von Prof. Dr. Wilfred Druml aus Wien: „Man muss viel wissen, um wenig zu tun.“

Dr. Roland Kunz aus Zürich erläuterte dann in seinem Vortrag „Therapiezieländerungen in der Palliativen Geriatrie“ der Fachgruppe Palliative Geriatrie, ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM). Er legte dar, dass das Behandlungsziel gemeinsam mit dem alten Menschen festgelegt wird und nicht nur nach Diagnosen. Oberste Priorität ist der Wille des Patienten.

Foto: Kompetenzzentrum Palliative Geriatrie 

Für den Nachmittag wurden vier Sessionen angeboten. „Menschen mit Demenz“ war mein Favorit. Hedwig Neu aus Speyer ging ganz praxisnah vor und übte mit den Teilnehmer:innen Zentrieren, Paraphrasieren und Mitschwingen. Anschließend berichtete Christine Vogt, Theaterpädagogin aus Berlin, über ihre Arbeit mit dem Demenz-Theater PAPILLONS und die Fähigkeit, am Leben teilzunehmen. Sie gab einen spannenden Einblick in ihr Aufgabengebiet. Ein gelungener Abschluss der Fachtagung.

Am 14. Oktober 2024 findet die 19. Fachtagung statt mit dem Titel „Aktiv gegen Einsamkeit im Alter und im Sterben“.

Ein großer Dank geht an Dirk Müller, MAS Palliative Geriatrie Berlin, und Birgit Krug, die wie jedes Mal diese Tagung vorbereiteten und durchführten.

Mitmachen

 

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Eveline Harder
zuletzt überarbeitet 23.10.2023

]]>
../../../lustvoll-leben-mit-80/feed/ 0
Auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft ../../../auf-dem-weg-zu-einer-inklusiven-gesellschaft/ ../../../auf-dem-weg-zu-einer-inklusiven-gesellschaft/#respond Fri, 01 Sep 2023 11:48:26 +0000 ../../../index.html
Seit mehr als 100 Jahren engagiert sich die Fürst Donnersmarck-Stiftung für Menschen mit Behinderung. Ihre Arbeitsfelder sind Rehabilitation, Betreuung, Forschung, Freizeit, Bildung und Beratung sowie Touristik.
Von Eveline Harder]]>

Die Fürst Donnersmarck-Stiftung engagiert sich für Menschen mit Behinderung

von Eveline Harder

Die Fürst Donnersmarck-Stiftung (FDS) besteht seit 1916, sie wurde mitten im Ersten Weltkrieg von Guido Henckel von Donnersmarck (1830 bis 1916) gegründet. Seinerzeit kümmerte sich die Stiftung um die Belange von Kriegsversehrten, später setzte sie sich für Menschen mit Behinderungen ein. Eine Institution, die also seit über 100 Jahre besteht und sich erfolgreich mit innovativen Ideen und Angeboten für Menschen mit Behinderung einsetzt und sich dabei als Partnerin und Motor auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft versteht. Das ist mehr als spannend. Die Arbeitsfelder der Stiftung sind Rehabilitation, Betreuung, Forschung, Freizeit, Bildung und Beratung sowie Touristik. Zum Touristikbereich gehören das Seehotel in Rheinsberg und das Heidehotel in Bad Bevensen. Die Servicegesellschaft der Stiftung verpachtet in Rheinsberg das Café Tucholsky mit zwei Ferienwohnungen direkt am Ufer des Grienericksees.

Die Satzung der FDS definiert als Sitzungszweck: Die Rehabilitation, Betreuung, Unterstützung und Förderung von Körperbehinderten und Mehrfachbehinderter.

Die rund 600 hauptamtlichen und ca. 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen der Stiftung und ihrer Tochtergesellschaften engagieren sich täglich für die Stärkung der Selbstbestimmung und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Es werden immer Mitarbeiter:innen und Ehrenamtliche gesucht. Ehrenamtliche Tätigkeiten sind beispielsweise die Begleitung bei Freizeitaktivitäten im Ambulant Betreuten Wohnen, die Unterstützung von Gruppen, wie der Garten- und Spazierganggruppe oder bei Veranstaltungen in der Villa Donnersmarck und die Mitarbeit in der Redaktion des regelmäßig erscheinenden WIR-Magazins. Auf der Freiwilligenbörse wird jeweils dafür intensiv geworben.

Gruppenbild im Garten von den Mitgliedern des Redaktionsteams des WIR-Magazin der FDS

Das Redaktionsteam des WIR-Magazin | Foto: FDS

Seit 2022 ist die FDS Mitglied im Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin und in deren Fachkreis Freiwilligenmanagement. Für die Ehrenamtlichen der Stiftung gibt es regelmäßige Treffen zum Austausch und eine Fortbildungsreihe zu Themen wie Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung und Empowerment.

Die Coronazeit hat die FDS massiv betroffen. Die Kontaktbeschränkungen und die Regeln für Risikogruppen erschwerten die Arbeit. Die unterschiedlichen Bereiche und Wohngruppen wurden zeitweise separiert und konnten nicht in direkten Kontakt treten. Die Vorgaben waren streng. Durch mobile Impfteams wurden Klient:innen, Rehabilitand:innen und Personal versorgt. Ehrenamtliche Arbeit war kaum möglich. Per Zoom oder Telefon wurden Kontakte gehalten und Meetings ermöglicht, die den Alltag erleichterten.

Nach Beginn des Ukraine-Krieges spendete die Stiftung 10.000 Euro an ein Rehabilitationszentrum in Polen, mit dem eine langjährige Partnerschaft besteht, zur Unterstützung der dort aufgenommenen Geflüchteten. Zwei Reisebusse mit Geflüchteten fanden Unterschlupf im Heidehotel Bad Bevensen und ein Bus der Stiftung wurde verliehen.

Es war ein sehr beeindruckendes Gespräch mit Christine Busch, Koordinatorin für Ehrenamt und freiwilliges Engagement. Das Motto „Mittendrin, so wie ich bin“ bringt den Anspruch der Fürst Donnersmarck-Stiftung auf den Punkt: Offenheit, Innovationfreude und die Bereitschaft, sich immer weiterzuentwickeln.

 

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Eveline Harder
zuletzt überarbeitet 01.09.2023

]]>
../../../auf-dem-weg-zu-einer-inklusiven-gesellschaft/feed/ 0
Gemeinsam statt einsam ../../../gemeinsam-statt-einsam/ Thu, 06 Jul 2023 07:50:30 +0000 ../../../index.html
Am 24. Juni 2023 wurde unter dem Motto „Gemeinsam statt einsam“ die 49. Berliner Seniorenwoche im Zeiss-Großplanetarium in Pankow eröffnet. In der Diskussion wurden Projekte vorgestellt, mit denen die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft gemeistert werden können.
Von Eveline Harder]]>

Eröffnung der 49. Berliner Seniorenwoche am 24. Juni 2023

von Eveline Harder

In diesem Jahr fand der Start in die Berliner Seniorenwoche an einem besonders schönen Ort statt: im Zeiss-Großplanetarium in Pankow. Im Kuppelsaal schwebte an der Decke die Erde, die aus den Liegesitzen gut zu betrachten war. Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe versicherte in ihrer Ansprache, dass sie sich für die Erweiterung des Artikels 3 Grundgesetz um das Wort „Lebensalter“ einsetzen werde, und zwar noch stärker als bisher, um gegen Altersdiskriminierung vorzugehen. Berlin hat als einziges Bundesland ein Landesantidiskriminierungsgesetz, in dem u. a. festgehalten ist, dass kein Mensch im Rahmen des öffentlich-rechtlichen Handels wegen des Lebensalters diskriminiert werden dürfe. Das reicht der Senatorin aber nicht aus.

Ein Grußwort kam u. a. von der Pankower Bürgermeisterin Dr. Cordelia Koch, die darstellte, dass in Pankow in Kürze über 50 Prozent der Menschen älter als 60 Jahre sein werden. Pankow ist der bevölkerungsreichste Berliner Bezirk. Den Fachvortrag hielt Dr. Oliver Huxhold vom Deutschen Zentrum für Altersfragen über „Einsamkeit im Alter“. Er kam aufgrund der Auswertung aller statistischen Zahlen und Erhebungen zu dem Ergebnis, dass alte Menschen nicht häufiger allein sind als jüngere. Dass die Älteren sich aber schwertun, aus diesem Bannkreis herauszukommen. In der anschließenden Podiumsdiskussion wurden mehrere Projekte vorgestellt. So das inklusive Lesben-Wohnprojekt und queere Kulturzentrum nahe Alexanderplatz des Vereins „Rad und Tat e.V.“, und zwar von Jutta Brambach und Anna-Ole Wächter. 72 Wohneinheiten entstehen dort. Elke Schilling, Initiatorin von Silbernetz, berichtete über das Telefon für einsame alte Menschen. Hier können Ältere ab 60 Jahren täglich von 8 bis 22 Uhr anrufen. Ferner werden Silbernetzfreundschaften angeboten und die Silberinfo herausgegeben. Auf dem Podium wurde ausführlich diskutiert, welche Möglichkeiten bestehen könnten, der Einsamkeit entgegenzutreten. Nicht nur die Politik ist gefordert, sondern die gesamte Gesellschaft ist miteinzubeziehen.

Zum Abschluss bot das Planetarium eine exklusive Vorführung unter dem Titel „Wir sind nicht allein – auf der Suche nach Leben im All“ an.

Im Außenbereich fand der „Markt der Möglichkeiten“ statt, eine Informationsbörse mit 50 Ständen diverser Organisationen.

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Eveline Harder
zuletzt überarbeitet 06.07.2023

]]>
Altbewährt und trotzdem neu ../../../altbewaehrt-und-trotzdem-neu/ Thu, 06 Jul 2023 07:37:26 +0000 ../../../index.html Der Berliner Frauenbund 1945 e.V. ist ein Verein, der sich in alles einmischen will, was Frauen angeht. Seit 2022 ist der Frauenbund auch Mitglied im Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin. Von Friederike Prinz-Dannenberg]]>

Der Berliner Frauenbund 1945 e.V.

von Friederike Prinz-Dannenberg

„Der Berliner Frauenbund ist ein Verein, der sich einmischen will in alles, was Frauen angeht“, sagt Mechthild Rawert, die seit 2022 die neue Vorsitzende ist. Im gleichen Jahr wurde der Verein auch Mitglied im Landesnetzwerk Bürgerengagement Berlin.

Entstanden ist der Berliner Frauenbund aus dem bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Dachverband Bund Deutscher Frauenvereine, der zwischen 1933 und 1945 aufgelöst wurde. Dr. Agnes von Zahn-Harnack gründete den Dachverband 1945 neu, aus dem dann der Berliner Frauenbund 1945 e.V. entstand.

Ziel war und ist es, mit Frauen aus Verbänden, Behörden und der Kommunalpolitik in den Austausch zu treten und sich berlin- und europaweit zu vernetzen, Frauen in ihrer aktiven politischen Entwicklung zu begleiten, die Berufstätigkeit und auch die Care-Arbeit in Einklang zu bringen und letztere aufzuwerten. Übergeordnetes Ziel bleibt die Stärkung von Demokratie und Frieden.

Besonders in den 80er Jahren dominierte der feministische Gedanke auf der Basis der Frauenbewegung. Dadurch entstand die finanziell vom Senat geförderte projektorientierte Arbeit, um die Chancen für Frauen in Ausbildung und Beruf zu verbessern: mehr Arbeitsplätze schaffen und Karrierechancen entwickeln. Das deutschlandweit erste Projekt für neue Technologien war das 1988 geschaffene Frauencomputerzentrum Berlin, das bis 2002 in Trägerschaft des Berliner Frauenbundes betrieben wurde. Durch den Umgang mit Computern sollten Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung gefördert werden.

Das 1988 gegründete Projekt KOBRA berät nach wie vor Frauen in ihrem Erwerbsleben und setzt sich für die Gleichstellung, die Bildung und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Arbeitsleben und damit für die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen ein. Den Großelterndienst gibt es seit 1989, der es alleinerziehenden Frauen dank der Unterstützung durch Ehrenamtliche ermöglicht, Beruf und Familie besser zu vereinen. Das Projekt „Mehr Frauen in die öffentliche Verantwortung: die Löwin“ startete 1990 und motiviert bis heute Frauen, sich in einem einjährigen Lehrgang für mehr soziale, politische und kulturelle Leitungsaufgaben zu qualifizieren. Mehr als 600 Frauen haben den Lehrgang bereits absolviert. Zusätzlich gibt es Veranstaltungsreihen zu frauenrelevanten Themen und Fragestellungen, wie z.B. „Frauen und Geld“, „Frauen als Existenzgründerinnen“ oder auch Lesungen.

Nach der Corona-Pandemie hat der Verein neue Denkansätze entwickelt und Strukturen verändert, ohne Altbewährtes aufzugeben. So arbeiten interessierte Vereinsfrauen in mehreren Arbeitsgruppen zu vereins- und gesellschaftspolitisch relevanten Themen, wie z.B. in der AG „Neue feministische Allianzen“, der AG „Historie des Berliner Frauenbundes“, AG „Öffentlichkeitsarbeit“ oder der AG „digitales Engagement“.

„Ziel ist ein geschlechtergerechtes Berlin“, sagt die Vorsitzende Mechthild Rawert, „mit mehr Sichtbarkeit in der Gesellschaft und gleichberechtigter Teilhabe der Frauen am gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben für eine solidarische Gesellschaft im Sinne der UN-Frauenrechtskonvention von 1979.“ Es gibt also noch viel zu tun.

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Friederike Prinz-Dannenberg
zuletzt überarbeitet 06.07.2023

]]>
Leben können. Sterben dürfen. ../../../leben-koennen-sterben-duerfen/ Thu, 06 Jul 2023 07:10:41 +0000 ../../../index.html
Die Palliativgeriatrische Stadtrundfahrt am 30. Juni 2023 führte zu fünf Stationen in Berlin und vermittelte den zahlreichen Teilnehmer:innen interessante Einblicke in die Betreuung von älteren Menschen. Von Eveline Harder]]>

Palliativgeriatrische Stadtrundfahrt am 30. Juni 2023

von Eveline Harder

Treffpunkt für die diesjährige „Tour de Palliativ“war das Unionhilfswerk in der Richard-Sorge-Straße in Friedrichshain. Dirk Müller, Bereichsleiter Hospiz und Palliative Geriatrie, stellte dort den zahlreich erschienenen Teilnehmer:innen die Arbeit des Netzwerkes Palliative Geriatrie Berlin vor.

Anschließend ging die Fahrt nach Mahlsdorf zum „Wohnpark am Rohrpfuhl“. Ein beeindruckendes Pflegewohnzentrum im Außenbezirk. Es gibt hier eine spezielle Abschiedskultur. An einer Außenwand wird im November aller Verstorbenen in Anwesenheit der Hinterbliebenen gedacht. Insgesamt sind es ein Verbund von acht Hausgemeinschaften mit je zehn Bewohner:innen, die miteinander in großzügigen Wohnküchen kochen, essen und wirtschaften. Speziell ausgebildete Alltagsbegleiter:innen sind das jeweilige Familienoberhaupt. Tagsüber präsent, gestalten sie mit den Bewohnern den Tagesablauf. Musiktherapeutische Einzel- und Gruppenbetreuungen sowie individuelle Betreuungsangebote sind gegeben. In der Abteilung für demente Patienten ist eine Berührungstafel aufgestellt (s. Foto).

Dann ging es zum Diakonie-Hospiz Lichtenberg. Hier betreute uns der Pastor André-Sebastian Zank-Wins (Hospizleitung und Geschäftsführung). Da es draußen inzwischen regnete, fand nach einem kurzen Besuch des Hospizes die Information in der Kapelle statt. Zehn Einzelzimmer stehen hier für die Gäste (Bewohner:innen) zur Verfügung. Im Normalfall verfügen Hospize grundsätzlich über 16 Plätze. Menschen mit einer fortgeschrittenen, nicht mehr zu heilenden Erkrankung, bei denen häusliche Pflege nicht mehr möglich ist, finden hier Aufnahme in der schön gelegenen Villa (s. Foto) auf dem Gelände des Krankenhauses Königin-Elisabeth-Herzberge. Ein zentrales Wohnzimmer ermöglicht Teilhabe an der Gemeinschaft. Ein ambulanter Hospizdienst wird ebenfalls angeboten.

Nun führte uns der Weg nach Reinickendorf zu Otto Berg Bestattungen. Das älteste Familien-Bestattungsunternehmen besteht seit 1879 und ist in fünfter Generation tätig. Carsten Pohle berichtete, dass in der Branche Nachwuchsprobleme bestehen und viele Bestatter schließen. In den letzten 20 bis 30 Jahren hat sich in der Abschieds- und Trauerkultur viel verändert. In den 90er Jahren kamen die anonymen Bestattungen (Bestattungen unter dem grünen Rasen), später die halbanonymen hinzu. Hier wird der Name mit Geburts- und Sterbedatum auf kleinen Schildern angebracht. 80 Prozent sind heute Feuerbestattungen in Berlin. Und die Stadt verfügt über 100 Friedhöfe. Eine Urne in Herzform war im Trauerraum für unsere Veranstaltung aufgestellt (s. Foto).

Zum Abschluss ging es ins Pflegewohnheim „Am Kreuzberg“ des Unionhilfswerk zum Theaterensemble  „PAPILLONS“.  Hier stehen ältere Menschen mit und ohne Demenz und Schauspieler:innen zusammen auf der Bühne.

Den Tag über begleitete die Gruppe Frau Fiebig vom Deutschlandfunk. Im November wird die Sendung darüber im DLF erscheinen.

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag von Eveline Harder
zuletzt überarbeitet 06.07.2023

]]>
Nachgefragt: Berliner Zeitzeug:innen und ihre Migrationserfahrungen ../../../nachgefragt/ ../../../nachgefragt/#respond Thu, 08 Jun 2023 17:31:35 +0000 ../../../index.html

Ausstellung der ZeitZeugenBörse Berlin eröffnet im Mitte Museum

Nachfragen schafft Raum für die Geschichten von Menschen. Nach diesem Prinzip hat die ZeitZeugenBörse e.V. (ZZB) 12 Berliner Zeitzeug:innen nach ihren Migrationserfahrungen befragt und ihre Antworten filmisch festgehalten. In Zusammenarbeit mit dem Mitte Museum zeigt die ZZB nun sieben der Fragen mit den dazugehörigen Antworten im Rahmen ihrer Ausstellung “Nachgefragt – Berliner Zeitzeug:innen und ihre Migrationserfahrungen”. Die Fragen werfen Schlaglichter auf die Migrationsprozesse und machen generelle Themen und Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft sichtbar.

Laufzeit: 16. Juni bis 17. September 2023

Ort: Mitte Museum, Pankstraße 47, 13357 Berlin (barrierearm)

Öffnungszeiten: So-Fr von 10–18 Uhr

Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter: www.mittemuseum.de

und www.zeitzeugenboerse.de

Mitmachen

LANDESNETZERK BÜRGERENGAGEMENT BERLIN – Blogbeitrag
zuletzt überarbeitet 08.06.2023

]]>
../../../nachgefragt/feed/ 0